Press "Enter" to skip to content

Die Verschwörungstheoretiker oder die mit dem wachen Bewusstsein?

Selten hat eine Zeit ein Land so gespalten. Was und wem kann man noch glauben. In den letzten Wochen habe ich beiden Seiten zugehört um mir eine Meinung zu bilden. Habe mir Videos angeschaut und Nachrichten gesehen. 

Doch bei all der Informationsflut ist es mir nicht gelungen herauszufinden, wer hat nun Recht?!

Wahrscheinlich beide Seiten. 

Die eine Seite, die Angst vor der Beschränkung unserer freiheitlichen Grundrechte hat und die andere Seite, die die unsicheren Zeiten  nutzen möchte, um durch erweiterte Digitalisierung noch mehr Transparenz zu schaffen. Es fehlt wie so oft, die goldene Mitte. 

So hoffen wir, das wir uns gegenseitig nicht zerfleischen und einen Konsens finden im Sinne unserer Demokratie, der Menschlichkeit,  des Friedens und unseres schönen Planeten. 

Dafür will ich beten!  

Hilfe, ich belüge mich selbst

Belügst Du Dich (auch) selbst aus Bequemlichkeit? 

Schon bei Herder hat der Begriff des Zeitgeistes etwas Einschränkendes, Drückendes, „Bleierndes“:  Auch aus religiösen Bindungen befreite, emanzipierte Menschen unterwerfen sich ihm oft freiwillig und verzichten auf die Freiheit des Denkens. Der Zeitgeist regiert also, wo traditionelle normative Orientierungen und Verhaltensstandards fehlen. Er tendiert aber auch dahin, nonkonformes Denken auszugrenzen, denn auch er enthält normative „Annahmen, Verhaltenserwartungen, Moralvorstellungen, Tabus und Glaubenssätze“, die sich regulierend auf das Verhalten des Individuums auswirken, aber „auch von ihm getragen werden“. 

Johann Wolfgang von Goethe lässt im frühen 19. Jahrhundert in.            Faust. Der Tragödie erster Teil. den „Geist der Zeiten“ so umschreiben: (Faust I: 575–577):

Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
das ist im Grund der Herren eigner Geist,
in dem die Zeiten sich bespiegeln.

Goethe beschreibt den Zeitgeist als ein gesellschaftliches Übergewicht, als ein Dominanz- oder hegemoniales (vorherrschaftliches) Verhältnis.

„Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemächtigt und in dem Grade triumphiert, daß die entgegengesetzte sich in die Enge zurückziehen und für den Augenblick im Stillen verbergen muß, so nennt man jenes Übergewicht den Zeitgeist, der denn auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.“

– Goethe – Sagt Wikipedia über den Zeitgeist. 

Was heißt das nun auf unsere moderne Zeit bezogen.

Wir alle leben in der „Zwei Klick Generation“! Ob wir etwas bestellen wollen, oder herausfinden wollen, alles ist sogleich verfügbar. Für die junge Generation noch sehr viel selbstverständlicher, wie für uns Ältere. Das hat Vorteile aber auch große Nachteile. 

Der Geist ist schnell zufrieden gestellt mit der erst besten Meinung oder auch dem erstbesten Produkt. Wir glauben schnell, was das Internet sagt und bilden uns allzuoft keine fundierte Meinung mehr über die Dinge. Früher war das Besorgen von Informationen ein Privileg und der Oberschicht vorbehalten. Heute können wir alle stets und ständig alles erfahren und bestellen. Oft zum Leidwesen der regionalen Infrastruktur. 

Bleiben Sie kritisch im Konsumieren Ihrer Informationen und Produkte. Alles muß in Körper, Geist und Seele gefiltert, einsortiert, verdaut und geordnet werden. Es gibt viel Datenmüll in Ihrem Innersten was Sie langsam macht. Wenn Sie sich besonders für ein Thema interessieren, geben Sie sich die Mühe verschiedene Quellen aufzustöbern, machen Sie ein Detektivspiel daraus, unterschiedliche Sichtweisen, Standpunkte und Herangehensweisen zu erforschen. Lieber etwas weniger Themen, dafür aber zum Speziallisten/in werden. Das macht selbstbewußt und zieht über das Gesetz der Resonanz Menschen an, die sich ebenfalls dafür interessieren.

Großes Halbwissen führt zur Oberflächlichkeit und das große Glück wird dementsprechend wahrscheinlich ausbleiben. 

Hören Sie ganz besonders auf die Stimme in Ihrem Selbst. Zu viele Meinungen verunsichern Sie. Üben Sie das. Denn alles was Sie ausmacht ist wertvoll, einzigartig und lohnenswert. Ihr Meinungsbild ist in Ihrem Leben das Wichtigste. Fragen Sie ab und zu einen geistreichen Menschen nach seiner Meinung über Sie. Wenn diese positiv ist, sind Sie auf dem besten Weg ein Gewinn für diese Gesellschaft zu werden. 

Frei nach dem Motto: weniger ist mehr!

Uta Benedict